Amazon-Produktanzeigen (APA) als Traffic-Lieferanten für B2C-Shops

Marktplätze, Preissuchmaschinen, Affiliate-Netzwerke und Google sind typische Traffic-Lieferanten für B2C-Online-Shops. Über Google sind gleich mehrere Bereiche für Händler relevant, sowohl die organische Suche, als auch Adwords– und Produkt-Anzeigen bringen eine Menge neue Besucher in einen Shop. Bei einigen Sortimenten kann auch die Bilder- und Video-Suche durchaus wichtig sein. Für eine gute Conversionrate (CR) sorgen vor allem die Google-Produktanzeigen (PLA) und teilweise die organischen Treffer, weil hier die Kaufabsicht eines Endverbrauchers bereits relativ hoch ist.

Ein Drittel aller Produktsuchanfragen starten über Amazon

Spannend ist jedoch die Tatsache, dass schätzungsweise etwa ein Drittel aller Produktsuchanfragen über Amazon starten (z.B. auch laut aktueller Aussage vom Google-Chef Erich Schmidt). Alle Händler die nicht am Marketplace von Amazon teilnehmen wollen oder dürfen, sollten unbedingt die Amazon Produktanzeigen (APA) testen bzw. die rechtlichen Aspekte dafür prüfen. Für den Amazon-Besucher bleibt zunächst alles wie gehabt und gewohnt. Die „fremden“ Produkte werden ganz normal in die Trefferliste integriert. Unterhalb des Preises wird lediglich der Hinweis „Erhältlich auf externer Website: ShopnameXY“ angezeigt.

Amazon APA Produktanzeigen Beispiel

Hier links sehen ein Beispiel für eine Produktanzeige innerhalb der Amazon-Treffer.

Abrechnung über CPC

Erst wenn ein Produkt zum Warenkorb hinzugefügt werden soll, wird zum externen Shop des Händlers verlinkt. Die Buttonbeschriftung lautet dort „Besuchen Sie diese Webseite“. Da Händler bei APA nur für den Klick (CPC) bezahlen müssen, kann die bislang noch geringe Click-Through-Rate (CTR) etwas vernachlässigt werden. Ob die Konversion bzw. die Kosten für diese im üblichen Rahmen liegen, wird jeder Händler selbst ausprobieren müssen. Bislang sind die Anzeigen für Händler als auch für Amazonkunden recht neu, so dass abzuwarten ist, wie bedeutsam APA im gesamten Online-Marketing-Mix eines Händlers zukünftig sein wird.

Fazit: Rechtliche Aspekte und Produktauswahl

Wie bei allen Online-Marketing-Aktivitäten ist es sinnvoll, mit einem kleinen Budget und sorgfältig ausgewähltem Sortiment einen Testlauf zu starten. Vorher sollte geprüft werden, ob die Kategorien bereits dafür von Amazon freigegeben sind. Hier ist es sicherlich auch möglich, mit Amazon Kontakt aufzunehmen, weil die APA noch weiterentwickelt werden. Rechtlich bedenklich bleibt leider weiterhin (wie bei den Marketplace-Angeboten) die Beanspruchung Amazons auf weitreichende Rechte an den hochgeladenen Produktdaten. Das ist einer der Hauptgründe warum sich Händler nicht auf eine „Zusammenarbeit“ mit Amazon einlassen wollen und werden. Strategisch gesehen sollte dennoch diese Möglichkeit ernsthaft geprüft werden, weil sehr wahrscheinlich die Akzeptanz auf Endverbraucherseite nach und nach steigen wird. Mit der richtigen Produktauswahl bleibt es wahrscheinlich dennoch „nur“ eine weitere Maßnahme der Kundengewinnung. Je breiter jedoch ein Händler im Online-Marketing und in der Neukundengewinnung aufgestellt ist, umso besser und schneller kann auf Markt- und Wettbewerbsveränderungen reagiert werden.


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