Integration von PIM und CMS: Herausforderung für Online-Händler

In vielen E-Commerce Projekten zeigt sich immer wieder, dass das Management von Produktdaten ein wichtiges Thema ist und dass die deutschen Online-Händler zum Großteil zu diesem Thema nicht optimal aufgestellt sind. Dieser Artikel beschreibt die Wichtigkeit eines strukturierten Produktinformationsmanagements (PIM) und stellt die Vorteile einer Integration mit einem online verwendeten Content Management System (CMS) dar.

Die Aufgabe und Bedeutung von PIM im E-Commerce

„Unsere Artikeldaten liegen in der Warenwirtschaft“, hört man häufig von Unternehmen. Gemeint sind dabei Stammdaten, Preise und Lagerbestände – und das ist auch gut und richtig so. Doch für nahezu alle Artikel gibt es weit mehr als diese Stammdaten. Es gibt Marketingtexte, verschiedene Produktbilder und -fotos, technische Skizzen, Flyer, Bedienungsanleitungen und vielleicht Videos. Darüber hinaus gibt es Attribute wie Gewichte, Farben, Muster oder Materialarten. Handelt ein Unternehmen international, so liegen diese Inhalte meist in unterschiedlichen Sprachen und Einheiten vor. Ein PIM-System kann all diese Informationen aufnehmen und verwalten. Es hilft, Strukturen zu schaffen und die Datenhaltung und Pflege zu zentralisieren. Über Suchfunktionen stehen allen Mitarbeitern die gewünschten Informationen zur Verfügung. Zeitersparnisse bei der Herstellung von Marketingmaterial für die verschiedenen Vertriebskanäle sind die Folge, z. B. bei der Erstellung von Print-Katalogen.

Im Rahmen von E-Commerce Projekten zeigt sich, wie wichtig eine strukturierte Ablage ist: prinzipiell werden all diese Informationen zur Darstellung im Shop-System benötigt. Neben hochwertigen Texten und Fotos, die in keinem Online-Shop fehlen dürfen, können so zusätzliche Inhalte wie Bedienungsanleitungen angeboten werden, die dem Kunden Mehrwerte bieten und so einen Wettbewerbsvorteil darstellen. Über gute Produktbeschreibungen und umfangreiche Informationen lassen sich erhebliche Verbesserungen der Conversion Rate erzielen. Außerdem ist es möglich, über detailliert bekannte Attribute Filter-Hierarchien abzubilden, die moderne Navigationskonzepte ermöglichen. So lässt sich die Usability verbessern und der Umsatz steigern.

Integration von PIM und CMS zur Umsatzsteigerung

Damit über einen Online-Shop relevante Umsätze realisiert werden können, ist ein ausgefeiltes Marketing-Konzept nötig und eine gezielte Suchmaschinenoptimierung als Kundenlieferant unerlässlich.

Der Link-Aufbau für Shops gestaltet sich allerdings schwierig: das Interesse ist meist bedarfsgetrieben, anders als bei Webseiten/Portalen zu bestimmten Themen. Daher muss sich ein Betreiber auf einige wenige Keywords fokussieren. Für den Long Tail oder weniger spezifische Keywords fehlen in Shops häufig geeignete Landing Pages. Aus diesem Grund setzen viele Shops auf eigene Bereiche für geeigneten Content, z. B. in Form von Blogs oder Portalbereichen. Diese können die notwendige Attraktivität für andere Webseitenbetreiber bieten und so den organischen Linkaufbau fördern.

Häufig werden z. B. Produktvorstellungen genutzt, um Besucher aus dem Content-Bereich in den Verkaufsbereich zu lenken. Doch hier stellt sich das gleiche Problem wie bei dem Shop selbst: es werden Daten aus einer strukturierten, zentralen Quelle benötigt, um die Pflegeaufwände gering zu halten und manuelle Fehler zu minimieren. Stellen Sie sich vor, sie veröffentlichen einen produkt-bezogenen Beitrag und nach einigen Monaten stellen Sie fest, dass der dort angegebene Preis schon lange veraltet ist …

Der Königsweg: Ein vollintegriertes System

Einen Ausweg bietet eine manuelle Kontrolle. Doch was am Anfang noch ganz gut funktioniert, bedeutet ab einem gewissen Umfang einen nicht zu unterschätzenden Aufwand oder ist zeitlich schlicht nicht mehr zu leisten. Der nächste Gedanke könnte sein, das CMS über eine Schnittstelle mit dem PIM zu verbinden. So könnte man bei der Anzeige einer Webseite die Produktdaten direkt aus dem zentralen System laden und anzeigen. Mögliche Bedenken sind komplexe Schnittstellen und womöglich (je nach Zugriffszahlen) eine längere Ladezeit.

Ein einziges, hochintegriertes System ist sicher der Königsweg und spart Schnittstellenkomplexität. Hierbei liegen PIM und E-Commerce-System und/oder CMS in einem System, die Daten können also in Echtzeit ausgespielt werden, ohne dass zusätzliche Schnittstellen notwendig sind. Im Bereich der kommerziellen Systeme fallen mir hier die großen Namen ein. Und die damit verbundenen Lizenzgebühren. Doch es gibt auch eine freie Alternative, die das beschriebene Szenario abbilden kann:

Zum Beispiel Apache OFBiz ist ein webbasiertes ERP-Framework, es ist Open Source und kostenlos verfügbar. Aufgrund seines modularen Aufbaus können auch einzelne Komponenten, wie der Shop, das CMS, die Lagerverwaltung und das PIM genutzt werden. Ob OFBiz auch für kleine Unternehmen geeignet ist, haben wir mit den Betreibern von dein-bikeshop.de diskutiert und in einem Beitrag auf ofbiz.biz beschrieben. An dieser Stelle nochmals vielen Dank!


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